Ilha do Marajó (Pará) – Flussinselabenteuer mit Büffeln, Mangroven & Keramikkunst
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Ilha do Marajó – Die größte Flussinsel der Welt mit einzigartigem Charme

Nur etwa drei Stunden mit dem Boot von Belém entfernt liegt die beeindruckende Ilha do Marajó, die größte Flussinsel der Welt. Eingebettet in das Mündungsdelta des Amazonas, ist sie ein faszinierender Ort, an dem sich Fluss- und Meereswasser mischen. Mit einer Fläche etwa so groß wie die Schweiz, bietet Marajó eine abwechslungsreiche Landschaft aus Mangrovenwäldern, Savannen, Überschwemmungsgebieten und Sandstränden. Diese Vielfalt macht die Insel zu einem ganz besonderen Ziel für Naturfreunde, Kulturinteressierte und Ruhesuchende.
Praia do Pesqueiro – Entspannung pur mit Blick auf den Atlantik

Einer der bekanntesten Strände der Insel ist der Praia do Pesqueiro, nur wenige Kilometer von der Stadt Soure entfernt. Der Strand ist kilometerlang, mit feinem Sand und einer sanften Brandung. Palmen säumen den Uferbereich, vereinzelt laufen Wasserbüffel am Strand entlang. Es gibt ein paar einfache Strandbuden mit fangfrischem Fisch und kühlen Getränken – ideal, um in der Hängematte zu relaxen und die Ruhe zu genießen.
Ebenso beliebt ist die Praia da Barra Velha, die durch ihre ursprüngliche Atmosphäre und das klare Wasser besticht. Hier ist es noch ruhiger, perfekt für Spaziergänge oder ein Bad in der Mündung des Amazonas.
Zwischen Wasserbüffeln, Fischerdörfern und dem Erbe der Marajó-Kultur

Die Stadt Soure ist das kulturelle Zentrum der Insel und gleichzeitig der touristische Hauptort. Hier begegnet man auf den Straßen häufig Wasserbüffeln, die als Reit- und Lasttiere eingesetzt werden – ein typisches Bild auf Marajó. Soure bietet eine charmante Mischung aus kolonialer Architektur, kleinen Märkten, farbenfrohen Häusern und einem tiefen Bezug zur indigenen Marajó-Kultur.
Berühmt ist die Region für ihre Keramikkunst, die auf präkolumbianische Ursprünge zurückgeht. In kleinen Werkstätten kann man bei der Herstellung zusehen oder ein handgefertigtes Souvenir erwerben. Besonders sehenswerte Gemeinden wie Joanes oder Cachoeira do Arari geben Einblicke in das traditionelle Leben auf der Insel, mit typischer Küche, Musik und Handwerk.
Natur pur: Mangroven, Vogelwelt & Flusslandschaften
Die Mangrovenwälder rund um die Insel zählen zu den artenreichsten ihrer Art. Bei geführten Touren mit kleinen Booten oder Kanus lassen sich zahlreiche Vogelarten, darunter Reiher, Tukane und Eisvögel, beobachten. Auch Delfine und Fischotter sind in den Mündungsarmen keine Seltenheit. Wer es aktiver mag, kann sich ein Fahrrad mieten und entlang der schattigen Wege zwischen Wald, Strand und Dörfern die Insel erkunden.
Beste Reisezeit für die Ilha do Marajó – Trocken und gut erreichbar
Die beste Reisezeit ist zwischen Juli und Dezember, wenn das Klima trockener ist, die Straßen besser befahrbar und viele Feste stattfinden. In dieser Zeit zeigt sich die Insel von ihrer schönsten Seite – mit klaren Tagen, angenehmen Temperaturen und vielen Möglichkeiten zur Erkundung.
Während der Regenzeit (Januar bis Juni) kann es in manchen Gebieten zu Überschwemmungen kommen, was jedoch auch reizvoll sein kann: Die Natur steht in voller Blüte, und viele Tiere lassen sich besonders gut beobachten.
Anreise zur Ilha do Marajó – Vom Boot bis zum Charterflug

Die häufigste Anreise erfolgt per Schnellboot oder Fähre ab Belém. Die Überfahrt zum Hafen von Camará dauert etwa drei Stunden. Von dort geht es mit Kleinbussen oder Taxis weiter nach Soure oder Salvaterra. Alternativ sind auch Charterflüge nach Soure möglich, allerdings nur mit kleinen Maschinen und bei gutem Wetter.
Wer aus Europa anreist, landet meist in Belém, das über internationale Verbindungen (z. B. via Lissabon oder São Paulo) erreichbar ist. Von dort lässt sich die Insel bequem als mehrtägiger Ausflug erkunden.
Unterkunft & Kulinarik – Einfach, charmant und authentisch
Die Auswahl an Unterkünften reicht von Pousadas mit Flussblick bis zu einfachen Chalets am Strand. Viele Unterkünfte sind familiengeführt und bieten Frühstück mit regionalen Produkten wie Tapioka, Açaí und frischem Fisch.
Kulinarisch ist die Insel bekannt für ihre Büffelmilchkäse-Spezialitäten und Fischgerichte wie Caldeirada oder Tucunaré. Auch das typische Büffelfleisch (Carne de Búfalo) wird vielerorts angeboten – oft in traditioneller Zubereitung.
Ilha do Marajó erleben – Natur, Kultur und Gelassenheit
Wer die Ilha do Marajó besucht, erlebt eine einzigartige Verbindung aus Naturvielfalt, kulturellem Reichtum und Entschleunigung. Ob beim Ritt auf einem Wasserbüffel durch das Dorf, beim Spaziergang über leere Strände oder beim Sonnenuntergang in den Mangroven – Marajó ist ein Ort für alle, die das authentische Brasilien jenseits der Touristenpfade entdecken möchten.